TESTBERICHTE

THE FAR EAST

 

WORLD ZONE, Volume 1 "THE FAR EAST"

aus Keyboards / Juni 97

Daß dieser Audio-CD ein Räucherstäbchen aus Marihuana beiliegt, ist nur ein Gerücht. Daß der Autor während der 72minütigen Testphase in tiefste Meditation versunken ist, kommt der Wahrheit ziemlich nahe.

Hier mischen sich indische und persische Instrumente sowie Gesänge zu einem Freudentanz des Glücks. Das Studio wird zum Tempel, das Keyboard zum Altar.

In unterschiedlichsten Spielweisen und Tempos findet man SITARS, SWAMANDELS, ANSHIS, TABLAS, DHOLOKS, GHUNGURS, GHATAMS, KHUNJANIS und vieles mehr. Auch wenn die Namen stark an Kreaturen aus STAR TREK erinnern, so handelt es sich doch tatsächlich um Folklore-Instrumente aus dem Fernen Osten. Die meisten davon liegen zusätzlich noch als Multisamples vor, um Loops und Riffs (mit viel Mut) durch eigene Einspielungen ergänzen zu können. Wer seinem nächsten Ambient-Track noch einen besonderen Touch verleihen möchte, wird hier definitiv schnell fündig. Die Klangqualität ist einwandfrei, nur das Booklet hätte ein bißchen mehr Hintergruninformationen bieten können. Bei einem Preis von 79 DM bleibt dieses Produkt trotz alledem ein Knaller. 

 

 

aus SOLO - Aug./Sept. 96:

"Ethno" ist angesagt, davon kann sich ein jeder durch zufälliges Hineinhören in die aktuellen Charts überzeugen. Ob Mönche, Derwische, fremdes Schlag- und Saitenwerk, gerne greifen Produzenten aller Couleur zu Klängen aus fernen Landen, um ihren Hits den letzten Exotikschliff zu verpassen. Doch woher legal nehmen, wenn nicht unfeinerweise von den Kollegen stehlen? Woher die Sitar nehmen, wenn die Portokasse zur Zeit keine mehrwöchige Studienreise nach Indien gestattet?

Nun, für diesen Fall empfehlen wir die wie immer ausgesprochen preiswerte Sampling-CD "World Zone - The Far East" aus dem Hause Masterbits. Auf dieser gut gemachten CD findet der ethnologisch ambitionierte Musiker auf 80 Tracks Bekanntes und weniger Bekanntes aus dem überwiegend indischen Kulturkreis. Das beginnt bei schon mal Gehörtem wie der Sitar, der Tabla und dem (der?) Sarod, erstreckt sich über die exotische Khunjani (Krishna-Glocke), die Ghatam (Tontopf), Dilruba und Banchi (indische Bambusflöte) bis hin - nun verlassen wir Indien - zur brasilianischen Berimbao, dem Bamboophone aus Bali, der Double Clay-Flöte aus Peru und dem wohl unvermeidlichen Didgeridoo aus Australien.

Erfreulicherweise liegen alle Instrumente sowohl als Einzelsamples als auch - von fachkundiger Hand gespielt - in verschiedenen Phrasen vor. Das hilft nicht nur den Spielfaulen, sondern ermöglicht auch eine grobe Orientierung, wie das fremde Klangwerk in authentischem Kontext klingt.

Lobenswert ferner die ausgezeichnete Audioqualität, hier wurde hörbar mit Sinn und Verstand im Studio gearbeitet. Ferner auf "The Far East": etliche Vokal-Samples (ebenfalls Phrasen und Einzelsamples) und Athmos vom fremdländischen Piepmatz aus dem Himalaya bis hin zur Nacht in Bali, indischen Mönchen, Raga-Sängern, Klageweibern, Bramanes, Radio Bombay ... Ach, was schreib ich, mit 79,- DM ist diese CD so günstig, daß ich sie jedem an Sounds dieser Art Interessierten bedenkenlos ans Herz legen kann.

 

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1998 MASTERBITS GERMANY