TRMINATOR / reviews


You ´ll find an english translation within one of our next updates !


from KEYS magazine (Germany) 8/95:

I´ll be back

Wieviele Sampling-CDs besitzen Sie schon, auf denen sich die typischen Klänge der beiden Roland Drummaschinen TR-808 und TR-909 tummeln? Genug? Vielleicht - aber bestimmt noch keine, auf der dieses Genre so konsequent bearbeitet wurde wie auf der CD-ROM "TRminator" von Masterbits.

Gewisse Sounds, wie etwa die knochige TR-909-Bassdrum, stellen schon fast Gesetzmäßigkeiten in der Dancemusik dar. Irgendwelche Samples der beiden Roland-Maschinen TR-808 und TR-909 befinden sich daher auch auf vielen Sampling-CDs, in ihrer Auswahl allerdings meist ganz beliebig sortiert. Wer jedoch die Originale kennt, weiß, daß dem Anwender aufgrund der analogen Klangerzeugung weitreichende Gestaltungsmöglichkeiten der Basisklänge zur Verfügung stehen.

Masterbits bringt nun mit der Akai-S1000-CD-ROM TRminator" die erste annähernd lückenlose Dokumentation der wichtigsten TR-Klänge, wobei versucht wurde, das komplette klangliche Spektrum der Maschinen einzufangen. Die Klänge sind auf der CD-ROM in acht inhaltlich zusammengehörige Partitionen eingeteilt. Darin befinden sich als Unterordnung Volumes und darin schließlich Programs. Die ersten zwei Partitionen beschäftigen sich ausschließlich mit Bassdrums der 909 und der 808. Pro TR sind die jeweiligen Bassdrums in sechs verschiedenen Grundstimmungen sortiert. Innerhalb dieser Grundstimmungen findet man wiederum Einzelsamples mit variablen Einstellungen in Bezug auf Attack- und Decayzeit.

Das Ganze ist genauso ordentlich sortiert wie dokumentiert, so daß das Auffinden eines bestimmten Klangs kein Problem bereitet. Die Kürzel der Samples (beziehungsweise Programs) enthalten die Information über alle editierten Parameter des Grundklangs. So ließe sich etwa übersetzen: K909T5A0D9 = TR-909 Kick (K) mit mittlerer Stimmung (T5), kürzestmöglicher Attackzeit (A0) und maximalem Decay (D9). Dank dieser akribischen Auflistung findet man sich beispielsweise im Part A mit insgesamt 52 Samples, die die TR-909-Bassdrum in den verschiedensten Einstellungen widergeben, ganz gut zurecht.

Weil alle Programs auf den gleichen MIDI-Kanal ansprechen, einheitliches Ausgangsrouting besitzen und nach dem GM-Standard gemapped sind, ist die maximale Flexibilität gewährleistet.

Zwei speziellere Kick-Volumes finden sich auf Partition C: Miscellaneous: EQ Kicks 808/909 sowie die sogenannten Dutch Kicks, die teilweise mit bewußt eingesetzten Übersteuerungen und ausgiebiger Entzerrerbearbeitung interessante Klangvarianten darstellen.

Bei den HiHat-Programmen beziehen sich die klanglichen Modifikationen der Samples ausschließlich auf unterschiedliche Decay-Einstellungen des Basis-Materials, was auch dem Original entspricht. Die TR-909-Toms werden zwar nicht ganz so ausführlich, aber allemal ausreichend erfaßt, alle brauchbaren Sounds sind vorhanden.

In ähnlicher Weise wie die Kickdrums sind die TR-Snares erhältlich. Die kurze TR-808-Snare wird dabei - dem Original entsprechend - ohne Attack- und Decayvariationen angeboten. Dafür sind unterschiedliche Tonhöhen genauso vorhanden wie verschiedene Einstellungen der Klangfarbe von "normal" bis "snappy". Bei der TR-909-Snare hat man außerdem noch die Wahl zwischen zwei verschieden langen Sustainwerten. Die Snare-Partition beherbergt überdies ein Volume mit besonders gefilterten TR-909-Snares sowie ein weiteres, sehr schönes Set mit Velocity Switched-TR-Snares, das eine sehr lebendige Programmierung gestattet.

Der Rest der Schlagzeugklänge beider Geräte findet sich in diversen Kombiprogrammen. So sind in der nächsten Partition komplette TR-808 bzw. TR-909-GM Combis und Construction-Sets angelegt, die die übliche Tastaturbelegung auch mit Anschlagsdynamik bieten. Als nette Zugabe findet man sogar ein TR-606 und ein CR78-Kit.

Die drei letzten Partitionen bieten zusätzlich eine ganze Reihe von Effektsignalen. Unter Einsatz eines Lexicon 300 wurden pro TR-Instrument jeweils zwei verschiedene Hall-Returns gesampelt, die sich bei Bedarf über die Stereosumme des S1000 zu den aktuellen Einzelklängen mischen lassen. Diese Hallfahnen sind durchaus universell einsetzbar, da die klanglichen Differenzen des Halls nicht in dem Maße vom trockenen Erzeugersampler abhängt. Extremeffekte, wie etwa ein XXL Hall, eine Gate Collection oder eine mit dem Roland SRV-330 erstellte 3D Ambience schließen diese durchaus empfehlenswerte Produktion ab.

Fazit: Mit der "TRminator" ist es gelungen, einen äußerst differenzierten Auszug der klassischen Roland-Rhythmusmaschinen aufzubereiten. Die CD-ROM kommt der klanglichen Vielfalt beider Originale in jedem Fall sehr nahe. Wer also das Original nicht kaufen will oder kann, findet hier ein hilfreiches Werkzeug. Denn mit einem Sampler und dieser CD-ROM läßt sich auf eine Original-TR-Maschine fast gänzlich verzichten.

Masterbits "TRminator - The ultimative Collection of TR 808 / 909 Samples";
CD-ROM (Akai S1000-Format) Preis: 99,- DM



from KEYBOARDS (Germany) - 9/95

TRMINATOR

Kein Druckfehler ist der Titel dieser CD-ROM, denn er hat weniger mit Arnolds-Megawummen-Kult als vielmehr mit Rolands analogen Drum-Maschinen zu tun. Das TR steht für die inzwischen in der Dance- und TechnoWelt heiliggesprochene TR-808 und vor allem für die TR-909.

Diese CD-ROM im Akai-Format eröffnet jedem, der einen Akai-kompatiblen Sampler sein eigen nennt, die wichtigsten Sounds beider "Transistor Rhythms", wie die Büchsen im Roland-eigenen Jargon hießen. Selbst wenn man außen vor läßt, ob die Sounds nun gut sind oder nicht, zwingt allein der Preis schon zum Kaufen: Die CD-ROM kostet schlappe DM 99.-.Eine uralte TR-808 liegt momentan laut KEYBOARDS-Börse bei durchschnittlich DM 1.300,-. Für die deutlich angesagtere 909 wechselt sogar noch ein Tausender mehr den Besitzer.

Und eines muß man den Masterbits lassen: Mühe haben sie sich gemacht. Wer die TR-Maschinen kennt, weiß daß jeder analoge Sound dort anhand verschiedener Parameter programmierbar ist. Ein einziges Sample einer TR-909-Snare etwa ist da noch nichts.

Bleiben wir mal bei der Snare: Für diesen Sound bietet die 909 die Parameter Tuning, Decay, Snappy (Teppichanteil) und Attack: Um die 909 nun einigermaßen vollständig auf der CD-ROM einzufangen, haben die Masterbits für die Instumente Kick und Snare jeweils ein eigenes Volume reserviert, in dem jedes Instrument in ausreichend vielen Variationen vorliegt. In den Sample-Namen sind die Parameterkürzel versteckt. So bedeutet etwa S909 P0T5S9: Snare TR-909, Pitch 0, Tone 5, Snappy 9. Auch Kicks und HiHats gibt es in vielerlei Abstufungen. Hier eine kurze Aufzählung der wichtigsten Soundgruppen der CD-ROM:

- TR-909 Kicks Tune 0,5,6,7,8,9 - jeweils mit diversen Variationen der übrigen Parameter

- TR-808 Kicks Tone 0,2,4,6,8,10 dto.;

- Dutch Kicks (übersteuert) 808/909

- EQ Kicks 808/909

- HiHats 909 (diverse Decay-Stufen);

- HiHats 808 (dto.)

- Toms 909

- Percussion Sets 808, 909

- TR-808/909 Snares, diverse Pitches, jeweils Variationen der übrigen Parameter, auch EQ-Versionen

- diverse GM- und Construction-Kits 808/909

- TR-606 Kit

- CR-78 Kit

- diverse Reverb Sounds (Effektanteil)

- Special FX - diverse TR-Sounds, durch Effekte geschickt.

Insgesamt macht die CD den Eindruck, daß die Masterbits ihren Job ordentlich gemacht haben. Es ist alles drauf, was man erwartet - nämlich Originalsounds in sinnvollen Variationen. Dazu gibt es Amsterdamed-Versions für Techno-Freaks, EX-Versions für Autoscooter-Mucke, Effekträume und vor allem fertig spielbare Kits. Sogar die Einzelausgangs-Zuordnung ist hier schon vorprogrammiert. Im Studio kann es also direkt losgehen, ohne langwierig an Drumkits schrauben zu müssen.

Nicht zu vergessen: Die Accent-Variante der einzelnen Samples läßt sich über Velocity-Switch abrufen. Von den vorgefertigten Programmen und Kits können Akai-User richtig profitieren, denn mit einem Akai läßt sich die Zusammenstellung neuer Kits am schnellsten erledigen.

Die CD-ROM wurde mit einem E-IV getestet, der leider die Velocity-Switches nicht akzeptiert. Da man aber in der Regel ohnehin so vorgeht, daß dann die Samples einzeln dort hinein lädt, stellt das auch in Nicht-AKAIs kein Problem dar. Für alle, die TR-Sounds - besonders die der 909 - einsetzen wollen. Wer keine TR-Maschine besitzt, kommt hier für unglaublich wenig Geld an 95 % des TR-Potentials. Aber auch Besitzern eines Originals kann diese CD-ROM Vorteile bringen: So läßt sich beispielsweise die Accent-Funktion in einem Sampler für jedes Instrument getrennt aktivieren, was bei der TR nicht möglich ist. Auch können die Sounds nachgefiltert, mit anderen Hüllkurven versehen und beliebig gestimmt werden.

Sicherlich gibt es Feinhörexperten, die einer analogen TR-808 mehr Groove zusprechen als einem kalten Digitalsequenzer. Trotzdem - ein potentieller Hit fällt nicht deshalb durch, weil man nicht das Original benutzt hat. Und das kann man sich ja anschließend von den GEMA-Tantiemen spielend leisten.

Wer übrigens noch kein CD-ROM-Laufwerk besitzt, muß nicht verzweifeln: Auszüge aus der TRminator gibt es im Audio-Format auf der CD "Maximum Impact", die für DM 59,- zu haben ist.






BACK TO THE
"TRMINATOR CD-ROM

BACK TO THE
TOP OF THIS PAGE


© 1996 MASTERBITS GERMANY